Ein alter Drucker ein altes Betriebssystem und eine Dropbox

Diesmal schreibe ich hier einen ganz anderen Blogpost, der aber sein musste, weil das Ergebnis so einfach wie grandios ist.

Der Drucker

Ich habe einen alten Laserdrucker – genau genommen einen Minolta PagePro 1200w – der seit vielen Jahren seinen Dienst tut. Mittlerweile hat er 14 Jahre auf dem Buckel und unzählige Seiten produziert. Das tolle an diesem Gerät ist, es tut genau das was es soll und das ganz ohne jeglichen Schnickschnack. In diesen 14 Jahren habe ich erst die dritte Tonerkartusche kaufen müssen. Keine Chips in den Kartuschen, die Seitenzahlen begrenzen, sondern einfaches ehrliches Drucken, bis der Toner leer ist.

Seit einigen Jahren aber, habe ich unter Windows ein Problem. Der letze funktionierende Treiber wurde für Windows XP geschrieben, was den Einsatz auf mehreren Geräten im Netzwerk unmöglich machte. Von dem Einsatz auf iPhone und iPad und anderen Betriebssystemen ganz zu schweigen. Ich habe also gesucht und recherchiert und nichts gefunden, was eine einfache Lösung versprochen hätte. Virtuelle Maschinen wurden da empfohlen, um den Drucker unter neueren Betriebssystemen in Betrieb zu nehmen, Treiberinstallationen alter Treiber mit bestimmten Einstellung, Kompatibilitätsmodi und … und … und …

Ich wollte eine Lösung, einfach wie der Drucker nun einmal eben auch ist.

Jeder wird jetzt sagen:“Warum holt der sich keinen neuen Laserdrucker, die kosten fast nichts mehr?“ Nein, dieser Minolta PagePro 1200w ist umweltfreundlich. Er druckt und druckt und druckt, produziert kaum Müll, verbraucht kaum Energie und macht seinen Besitzer damit schon 14 jahre wirklich wirklich glücklich.

Eines Morgens dachte ich mir, es muss doch möglich sein, PDFs automatisiert an den Drucker zu schicken, indem ich sie auf ein im Netzwerk verfügbares Verzeichnis lege. Das verzeichnis ist natürlich auch dem alten PC bekannt ist, an dem der Drucker angeschlossen ist. Nahezu jede Anwendung ist heute in der Lage ein PDF aus einem Dokument zu erzeugen oder es gibt kostenfreie Varianten von PDF-Generatoren im World Wide Web zum Download. Ich habe also recherchiert, wie man das bewerkstelligen kann und bin dann auf ein Batch-Skript für die Windows Kommandozeile gestoßen, das ich dann nach meinen Bedürfnissen angepasst habe. Mehr dazu unten.

Die Dropbox

Zuerst benötigt man aber mal ein Verzeichnis auf dem XP-PC das für alle anderen Geräte im Netzwerk erreichbar ist. Ich dachte mir, warum sich klein definieren, nehmen wir doch die Dropbox. Dort habe ich dann ein Verzeichnis „_print_“ angelegt, auf das ich sogar PDFs von einem iPad aus ablegen kann. Das Schöne ist, nicht nur ich sondern auch Gäste (Frau, Sohn, bester Freund, …), die eine Freigabe zu diesem Verzeichnis haben, dürfen hier – wo auch immer sie gerade sind – PDF-Dateien ablegen und können bei mir drucken.

Das ganze funktioniert natürlich nicht nur mit einem alten Drucker und einem alten Betriebssystem. Wenn man regelmäßig nur ein Standardformat (bei mir DIN A4) drucken möchte und das sehr häufig, macht solch eine Konstellation Sinn. Zumal man auf allen Geräten, von denen aus man drucken möchte, keinerlei Treibersoftware benötigt. Es reicht die Möglichkeit auf die Dropbox zuzugreifen und dort die Dateien abzulegen. Wer am Monatsende viele Rechnungen drucken muss, der wird von dieser Lösung ebenso begeistert sein.

Das Batch-Skript

REM #####################
REM ### Print Spooler ###
REM #####################
@ECHO OFF
rem Pfad zum Dropboxverzeichnis auf dem XP-PC
set PRINTDIR="Pfad zum Dropboxverzeichnis setzen"

rem PATH um den Installationspfad vom Acroreader erweitern
set PATH=%PATH%;"C:\Programme\Adobe\Reader 11.0\Reader"

rem In das Dropboxverzeichnis wechseln
cd %PRINTDIR%

rem Solange PDFs an Acroreader übergeben, bis 
rem alle ins Unterverzeichnis "erledigt" verschoben sind
rem "erledigt" bitte vorher erstellen und den Minolta PagePro 1200w
rem als Standarddrucker einrichten und als Netzwerkdrucker freigeben
for %%R in (*.pdf) do (
start /B "Drucken" AcroRd32.exe /t %%R
ping 127.0.0.1 -n 15
move /Y "%%R" .\erledigt
)
REM ### drucken.bat ###

Unter Windows XP habe ich dann noch einen Task im Taskplaner eingerichtet, der das Skript alle drei Minuten ausführt. Fertig.

Das Fazit

Egal wo ich bin und an welchem Gerät ich sitze, ich erzeuge aus dem Dokument, das ich drucken möchte, ein PDF und lege es in meinem „_print_“ Verzeichnis in der Dropbox ab. Das ganze läuft jetzt seit drei Monaten ohne die geringsten Probleme und mein Minolta PagePro 1200w hat so schon unsagbar viele Seiten produziert.

Wer es ganz bequem haben möchte, der kann sich auf seinem Remote-PC noch eine Verknüpfung unter das „Senden an“ Menü der rechten Maustaste legen und beliebig erzeugte PDFs im Schnellverfahren an die Dropbox senden. Das funktioniert einfach, schnell und ist unsagbar anwenderfreundlich, wie meine Familie bestätigt.

Den Toner dafür gibt es nach wie vor für kleines Geld (ab ca. 30 €) bei den einschlägigen Shopping-Plattformen.

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